Skizze zu einer Spiritualität nach
Teilhard de Chardin
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Was wäre, wenn Teilhard de Chardin
eine Ordensgemeinschaft begründet hätte? Aus dem Geist der alten evangelischen
Räte, zu denen er sich als Jesuit verpflichtet wusste, können sich für
eine Lebensweise nach seinen Vorgaben diese
Sehweisen und daraus "Regeln" für einen eigenen Lebensstil ergeben: |
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Die evangelischen Räte der Ordensleute sind nicht in
erster Linie Formen einer weltabgewandten Askese. Sie sind Lebenselemente und Leuchtzeichen. Jesus selbst hat gelebt: Armut, Gehorsam, Keuschheit. In der
Nachfolge Jesu sind
sie eine Ausstrahlung zu ihm und stellen eine Identität mit ihm dar. So
können wir es auf den Weg bringen, was der Apostel Paulus so beschreibt: Ich lebe in Christus und er lebt in mir. Nach der
Vorgabe von Teilhard de Chardin mögen sie so interpretiert werden und
Zeichen eines gelebten christlichen Glaubens aus dem Evangelium und im
Blick auf den wiederkommenden Christus sein. |
| Armut ist nicht
Askese und Verzicht nur auf den äußeren Besitz, sondern inneres
Gelöstsein von allen Dingen. Jesus lebte dieses innere Freisein. Mit
Christus steht man über den Dingen. Eine Lebensform aus dem Evangelium
ist die Gelassenheit. Paulus
schreibt vom "Haben als hätte man nicht", "die Welt
gebrauchen und sie nicht missbrauchen", "viele reich machen,
weil wir nichts haben und doch alles haben." Es geht darum, dass
wir inmitten von allem, was uns geschenkt ist, innerlich frei
bleiben. Dieses Gelöstsein kann in der Begegnung mit Christus wachsen
und zur Reife kommen. Dazu kommt, dass wir frei bleiben zum Beispiel von
Zwängen; z.B. zu tun, was alle tun. Wir können es uns leisten, uns anders zu verhalten, als man sich
verhält. |
| Gehorsam meint
frei sein vom eigenen Bestimmenwollen; das Leben nicht mehr selbst in die
Hand nehmen wollen. Mut haben zur absoluten Bindung an Gott. Das ist
nicht Enge und Unfreiheit, kein Joch, sondern große Freude,
im Willen Gottes zur Ruhe zu kommen.
"Gott allein genügt", sagt Teresa von Avila. Darin liegt die Befreiung von Unruhe und Unsicherheit. Gehorsam kann im Hören auf Gott gelebt werden und im Hören auf die nächsten
Mitmenschen; auch durch sie begegnet uns Gott. Das kann heißen: Gott
überfordert uns nicht. Wenn wir uns die Aufgaben von ihm zeigen lassen,
werden wir von ihm auch die nötige Kraft empfangen. |
Keuschheit ist
Ruf und Charisma. Es geht um Menschen, in denen sich Jesus voll
verwirklichen kann, weil sie sich Gott ganz hingeben. In ihrem Leben
werden Kräfte frei für Gott und für den Nächsten. Es heißt, von der
Liebe Christi zu leben und sich ganz an dieser Liebe genügen zu lassen.
Wer in ihr zur Ruhe kommt, dessen Leben wird erfüllt sein. Es meint auch,
kein Lob begehren, auf ein Lob angewiesen zu sein, keine Bestätigung des
anderen brauchen - aber mit jedem Blick, mit jedem Wort und jeder Tat
verantwortlich sein für den anderen. Dieses Gelöstsein gilt
den Menschen gegenüber, denen wir in unseren Diensten begegnen. Erst in
solcher Freiheit können wir ihnen wirklich verantwortlich dienen.
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| Der Dienst und das Leben aus dem
Glauben geschieht in den drei Grundlinien, welche für die Kirche bestimmend sind und
diese begründen: leiturgia,
marturia, diakonia
sind Dienst für Gott, Zeugnis für Gott, Dienst für Gott am Mitmenschen. |
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Liturgie
ist das Gebet in allen seinen Formen: Anbetung, Dank und Fürbitte.
Wir richten uns aus an Jesus Christus, der kommen wird in
Herrlichkeit. Er ist vor der Herr, alfa
und omgea; so wie es auf jeder Osterkerze steht:
CHRISTUS, gestern und heute - Anfang und Ende - Sein ist die Zeit
und die Ewigkeit. An ihm richten wir uns aus, wenn immer wir sagen:
"Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, deine Auferstehung preisen
wir, bis du kommst in Herrlichkeit!" |
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| Martyria ist der
Dienst der Verkündigung in allen Formen, in denen wir dies tun können
und für die wir und jeder in seiner Weise seine eigenen Gaben und Charismen hat.
Paulus spricht vom Leib mit seinen vielen Gliedern. Er zählt die für
seine Zeit erfahrbaren Geistesgaben auf. Diese sind nicht weniger geworden
und mit allen zusammen bilden wir den Leib Christi und machen ihn in der
Welt unserer Zeit sichtbar. |
Diakonia ist
Dienst im weitesten Sinn. Diakonie hat ihren Ausgangspunkt in der
Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern. Das heißt, alle Dienste am
Nächsten gerne tun und den anderen höher achten als sich selbst. Nur
der Dienst wird leuchten, der in der Liebe zu Christus geschieht. Die
Vorgabe Christi ist, dass wir das was wir dem Nächsten tun, an IHM
selbst tun.
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| Bestimmend für das Leben wird sein,
dass wir diese Haltungen in den täglichen Vollzug des Gebetes, der
Meditation und vor allem der Eucharistie einbringen. Daraus ergeben sich
Linien, wie wir trotz aller Verschiedenheit durch Christus zur Einheit
werden. Wo unser Leben, unsere Natur, unser Ich dich von Christus
bestimmen lässt, wird es erfahrbar wie wir in IHM leben und ER in uns. So
gehen wir immer wieder auf IHN zu und darin geschieht es, dass wir frei
werden von aller Gebundenheit an das eigene Ego, an die Selbstsucht und
die plumpe Eigenliebe. |
Das ist dann überhaupt das Bild der
christlichen Gemeinde. Dort hat sie die Möglichkeit, besonders das zu
werden, wo sich Menschen entschieden darauf einlassen. Wenn wir mit allem
Bemühen immer wieder an unsere Grenzen kommen, dann wird das, was
verbindet das stärkere Band sein, als alles, was uns wegen unserer
Unvollkommenheit und der eigenen ungelösten Befindlichkeit trennen
könnte.
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