Nur was schön ist kann wahr sein.
Diesem Credo folgt der Physiker
Garret_Lisi.
Schon seit Jahrzehnten suchen die Physiker vergeblich nach einer allumfassenden Theorie, die sämtliche Naturgesetze in sich vereinigen
würde

 

Kernsatz Lisis Theorie ist eine sehr geometrische Struktur, die den Namen "E8" trägt. Sie existiert nur in Computern und in den Köpfen der Mathematiker, denn E8 hat statt unserer gewohnten drei Dimensionen 248. Die Struktur gehört zu einer Reihe von symmetrischen Gebilden, die der norwegische Mathematiker Sophus Lie schon im 180 ordnete und sie seither "Lie-Gruppen" genannt werden. E8 mag die schönste Struktur der gesamten Mathematik sein und erst vor kurzem wurde sie vollständig entschlüsselt. Ein Aufwand, der es mit der Kartierung des menschlichen Genoms aufnehmen kann, den in E8 stecken 60mal so viele Daten wie in unseren Genen.
Ist E8 der Fingerabdruck des Universums? Alles, was darin passiert, ließe sich auf den Tanz dieser wunderschönen Form mit unserer vierdimensionalen Raumzeit zurückführen.
Albert_Einstein hat 1916 mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie gezeigt, dass die Gravitation Raum und Zeit beeinflusst. Die relativistischen Effekte der Schwerkraft lassen sich aber ur bei wirklich großen Massen beobachten, zum Beispiel bei Galaxien oder Schwarzen Löchern. Denn obwohl die Gravitation für uns im Alltag die größte Rolle unter den vier Grundkräften der Natur spielt, ist sie wesentlich schwächer als die anderen - was jeder kleine Kühlschrankmagnet beweist, der der Anziehungskraft der gesamten Erde trotzt.
Die Quantenmechanik stellte dagegen neue Gesetze für den Mikrokosmos auf, für Atomkerne oder Elektronen. Dabei spielen die drei anderen Grundkräfte der Natur eine tragende Rolle: die elektromagnetische Kraft, die Strom fließen und Kühlschrankmagnete kleben lässt, die starke Kraft, die für die Radioaktivität zuständig ist.
Für sich genommen funktionieren Relativitätstheorie und Quantenphysik wunderbar - versucht man aber, beide Theorien zu einer zusammenzuführen, also die Gravitation mit den drei anderen Grundkräften zu vereinigen, kommt immer ein unsinniges, nämlich unendliches Ergebnis heraus.
Eine "Theorie von allem" müsste aber genau diese Vereinigung schaffen, denn sie sollte auch die Bedingungen kurz nach dem Urknall korrekt beschreiben können.