Universelles Leben - Heimholungswerk Jesu Christi
| Ursprung: Gabriele Wittek, die „Botschafterin Gottes", das „Ewige Gesetz selbst", will seit 1975 in Würzburg angeblich wörtliche Offenbarungen von Jesus Christus empfangen. Lehre:
* Haus der Inneren Einkehr |
Das UL ist eine in ihrer Konfliktträchtigkeit meist unterschätzte Gruppierung. Frau Wittek selbst versteht sich als das „absolute Gesetz“ nicht nur für ihre Anhänger, sondern für die ganze Welt. Dieser Anspruch lässt zum Teil keinen Raum für die vom UL stets behauptete Freiheit der Anhängerschaft. Die Angst vor negativen Folgen von (vermeintlichem) Fehlverhalten führt zu erheblichem Konformitätsdruck. Aussteiger sprachen von einem „Klima der Angst und des Terrors“ in der „Bundgemeinde“. Hat sich das UL von der weitgehend als „dämonisch“ verstandenen Außenwelt großenteils abgeschottet, so führt der totalitäre Anspruch der Gemeinschaft dazu, dass jede von außen kommende Kritik heftig bekämpft wird. So wurde auf missliebige Institutionen und Einzelpersonen – im Widerspruch zur angeblich praktizierten christlichen Nächstenliebe – mit Schmähschriften, Drohungen und Prozessen wiederholt Druck ausgeübt. Die christlichen Versatzstücke im Glaubenssystem des UL sind durchweg in ihrem ursprünglichen Charakter entstellt und reine Fassade. Faktisch steht Gabriele Wittek im UL an der Stelle Jesu Christi. Sie gilt als „Prophetin Gottes in der mächtigen Zeitenwende“, als „Lehrprophetin und Botschafterin Gottes“, als „hohes Geistwesen im Erdenkleid“, als „Stamm-Mutter des Friedensreiches Jesu Christi“. Ihren oft willkürlich anmutenden Entscheidungen wird letzte Gültigkeit in allen Glaubens- und Lebensfragen beigemessen. Die Ideologie des UL ist mit einem an der Bibel orientierten Christentum unvereinbar. Das UL spricht vor allem idealistisch eingestellte und nach authentischem Christentum suchende Menschen an. Durch Schriften, Vorträge, Seminare, Rundfunksendungen und Heilungsveranstaltungen versucht man diese bei ihren Lebens- und Glaubensfragen „abzuholen“ und für das UL zu gewinnen. Die große Mehrheit der Anhänger verlässt das UL jedoch früher oder später wieder, oft allerdings erst nach Jahren der Zugehörigkeit. So mancher, der erwartungsgemäß auch in finanzieller Hinsicht das „Gemeinwohl“ des UL vor sein Eigenwohl gestellt hat, stand schließlich vor seinem wirtschaftlichen Ruin. Im Einzelfall muss auch mit der Gefahr schwerer psychischer Schäden gerechnet werden. Ziel der vielfältigen Aktivitäten ist die Vorbereitung auf ein „Friedensreich“, in dem der 1988 ins Leben gerufenen „Bundgemeinde Neues Jerusalem“ eine Vorreiterrolle zukommen sollte. Bei der „Bundgemeinde“ handelte es sich um einen inneren Kreis von etwa 700 Anhängern des UL, die auf der Basis einer „offenbarten“ Gemeindeordnung in Wohngemeinschaften zusammenleben. Ende der 90er Jahre wurde die „Innere Geist = Christus-Kirche“ in „Treffen aller Gottsucher / Kosmische Lebensschule“ umbenannt. Der „Christusstaat“ als offizielles Presseorgan der „Bundgemeinde“ wurde durch die Zeitung „Das Weiße Pferd“ ersetzt (ab 2001 „Das Friedensreich“). Durch eine „Umprogrammierung der Gehirnzellen“ im Sinne einer „Reinigung von allen Prägungen dieser Welt“ soll ein von Leid und Schmerz gänzlich unbelastetes Leben möglich sein. Traditionelle Institutionen wie Ehe und Familie werden abgewertet oder – wie Staat, Kirche und Gesellschaft – abgelehnt bzw. bekämpft, soweit sie sich nicht den Vorstellungen des UL fügen. Um durch ein reines Leben im Diesseits nach möglichst wenigen Wiedergeburten in die ursprüngliche Einheit mit Gott zurückzukehren, ist neben dem Aufgeben der individuellen Persönlichkeit vor allem die uneingeschränkte Verinnerlichung der Wittek-Lehre nötig. Dazu bietet das UL Kurse an: Über einen siebenstufigen „Inneren Weg“ soll das Bewusstsein geläutert und der Mensch vom „Gesetz von Ursache und Wirkung“ befreit werden. Vegetarische Ernährung sowie der Verzicht auf persönliche Bindungen und materielles Vermögen zugunsten des UL-„Gemeinwohls“ sind weitere wesentliche Elemente eines Lebens im Sinne Gabriele Witteks. Aufgrund der menschlichen Kollektivschuld rechnet das UL schließlich mit dem baldigen Eintreffen endzeitlicher Katastrophen. Dadurch soll die Welt endgültig vom Bösen gereinigt werden. Anschließend soll ein 1000-jähriges Friedensreich entstehen, verbunden mit der Wiederkunft Christi im Geiste. Neuere Entwicklungen In jüngster Zeit wurden verschiedene Aktionen ins Leben gerufen, die dem UL und seiner Ideologie nahe stehen, jedoch als solche nur schwer zu erkennen sind. Das gilt z.B. für die „Initiative Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche“, die seit 1999 ein Denkmal für „Kirchengeschädigte“ errichten will, und sich durch hasserfüllte antikirchliche Propaganda hervortut. Ein anderes Beispiel ist eine Initiative für die „Abschaffung der Jagd“, die auch mit anderen Tierschutzorganisationen zusammen aktiv ist. Das Jahr 2000 endete mit einer Generalabrechnung der „Prophetin“ mit ihren Anhängern („Das Friedensreich“ 12/2000): Die meisten Glieder der „Bundgemeinde“ hätten versagt; deshalb solle das „Friedensreich“ nunmehr mit nur „einigen wenigen“ Menschen entstehen. Damit fällt die „Bundgemeinde“ als einstmalige Elite faktisch der Bedeutungslosigkeit anheim; sie wird zunehmend durch einen engeren Kreis besonderer UL-Anhänger ersetzt. Durch eine Ende 2000 gegründete „Gabriele-Stiftung“ soll „die Vollendung“ des Werkes Christi als „Werk der Nächstenliebe an Natur und Tieren“ geschehen. Die Stiftung ist derzeit bestrebt, nordwestlich von Würzburg umfangreiche Ländereien aufzukaufen, um so das „Friedensreich“ als ein von allem Negativen unbeeinflusstes Idyll entstehen zu lassen. Dabei nutzt man vor allem materielle Lockmittel, um dieses Projekt auch gegen vorhandene Widerstände voranzutreiben. Nach Einschätzung von Insidern hat das UL derzeit weltweit weniger als 10.000 Anhänger. |