Pfingstbewegung - Freie
Christengemeinde

Die Pfingstbewegung steht in der protestantischen Tradition und versteht sich als eine evangelikale Bewegung. Die Evangelikalen betonen folgende Lehren:
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* die Autorität und Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift, * die Geburt Jesu Christi von einer Jungfrau, * das Verständnis des Todes Christi als eines stellvertretenden Sühneopfers, * die leibliche Auferstehung und Gottheit Jesu Christi, * die persönliche Wiederkunft Christi und * die Notwendigkeit einer persönlichen Bekehrung und Wiedergeburt. |
Zu den Besonderheiten einer pfingstlichen Denomination gehören "das Reden in anderen Sprachen als erste Zeichen der Taufe mit dem Heiligen Geist", die "Geistesgaben aufgrund übernatürlicher Ausrüstung" und ein "heiliges Leben im Alltag als Voraussetzung dafür, von Gott als Gefäß gebraucht werden zu können".
Lehre der Gemeinde Gottes
Der Glaube baut auf die Bibel auf. Glaubenslehre und Glaubensbekenntnis, die die Gemeinde Gottes vertreten, orientieren sich an den "überlieferten Glaubensbekenntnissen der frühen
Jahrhunderte".
Abgelehnt wird die Dreifaltigkeitslehre. Sie wird als "heidnische Herkunft" bezeichnet.
Zu den Grundwerten der Gemeinde Gottes gehört der "Verzicht auf alles, was in irgendeiner Weise unseren Nächsten schaden könnte, d.h. niemandem Leid zufügen, keinen belügen, nicht stehlen, ein moralisches Familienleben führen, vor allem aber sich bemühen, alle Menschen zu lieben".
Große Bedeutung hat die Gesundheit: "Weil sie einen sehr hohen Wert in der Gemeinde genießt, halten sich die Gläubigen an die biblischen Essensvorschriften, auf den Verzehr von Schweinefleisch, Blut und anderen Produkten, die in irgendeiner Weise dem Menschen Schaden zufügen könnten, zu verzichten".
Als Tag der Ruhe und der Andachten gilt der Samstag (Sabbat), weil "die wichtigsten Personen der Bibel (wie Jesus, Maria, die Aposteln) diesen Tag heiligten und an Andachten in Synagogen oder in ihren Gemeinden teilnahmen".
Die Taufe wird nur an Erwachsene durch völliges Eintauchen ins Wasser gespendet. Man führt sie an Flüssen, Seen oder Schwimmbädern durch. Die Taufe an Kindern oder Säuglingen wird nicht gebilligt, weil diese "noch nicht Gut und Böse unterscheiden" könnten. "Sie können weder ihr Handeln verantworten, noch um Vergebung bitten. Die Taufe ohne Glauben und Buße ist ungültig." Ist man bereits getauft, lässt man sich beim Eintritt in die Gemeinde in der Regel erneut taufen und distanziert sich von der Säuglingstaufe.
Eine allgemeine Abendmahlslehre gibt es nicht. Die "erlebnisorientierte pfingstlerische Frömmigkeit" führt jedoch zu einer "vergegenwärtigenden Vorstellung von der Versöhnung durch das Blut Jesu". Manche Gemeinden feiern monatlich das Abendmahl, manche zweimal pro Jahr, andere wieder jede Woche.
Die vorwiegende Form des Gottesdienstes ist der Verkündigungsgottesdienst, der aus Gesang, Gebet und Predigt besteht. Oft werden persönliche Lebensberichte und spezielle Lobpreise gesprochen.
Die Gemeinde
Die Mitglieder sagen von sich, dass sie nicht durch ein Sakrament oder eine äußere Zugehörigkeit zu einer Kirche zu Christen werden, sondern freiwillig durch Buße und Glaubenstaufe. Für sie ist die Gemeinde ein "Zusammenschluss derer, die durch Jesu Opfer am Kreuz Vergebung der Sünden und daraus resultierend neues Leben gefunden haben. Sie haben das Ziel, ein lebendiges Christentum im Alltag zu leben und dem heiligen Gott mit gläubiger, vertrauensvoller Hingabe zu dienen". Ein wichtiger Bestandteil der Gemeindevision ist die persönliche Heilserwartung und der persönliche Empfang des Heiligen Geistes. Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde ist mit hohen ethischen Anforderungen verbunden. Von jedem Mitglied wird gefordert, "rein und heilig" zu sein und mit der "Weltlust und Sünde" zu brechen. Zum Gemeindebild gehört auch die "Gemeindezucht". Diese wird notwendig, wenn schwerwiegende Sünden öffentlich bekannt werden, und der Sünder nicht bereit ist, sein "sündiges Verhalten aufzugeben". Dies kann zum Ausschluss aus der Gemeinde führen. An der Spitze der Gemeinde stehen ein vollamtlicher und ein nebenamtlicher Pastor. Beide werden vom Pastoralrat, dem eigentlichen Leitungsgremium der Bewegung, eingesetzt. Finanziert werden die Gemeinden durch Spenden. Als Prinzip gilt der Zehent.
Anmerkungen
Nicht alles, was mit pfingstlich-charismatischem Anspruch auftritt, kann akzeptiert werden.
Ein Wohlstands- und Gesundheitsevangelium mit seinen nicht einhaltbaren Versprechungen entspricht nicht dem Realismus des christlichen Glaubens und kann nicht als authentisches christliches Zeugnis angesehen werden. Der Mut zu kritischer Auseinandersetzung und Unterscheidung ist innerhalb der pfingstlich-charismatischen Bewegung wenig ausgeprägt. Wie ein christliches Zeugnis in einer Situation aussehen kann, die durch eine elementare religiöse Bedürfnislosigkeit geprägt ist, können Pfingstler und Charismatiker nicht überzeugend beantworten. Mit den großen Kirchen gibt es keine offizielle ökumenische Zusammenarbeit, wohl aber Gespräche und Kontakte, besonders zu charismatischen Bewegungen.
Der wesentliche Unterschied zur Katholischen Kirche liegt in der wortwörtlichen Auslegung der Bibel und der Ablehnung der Sakramentenlehre. Ebenso wird die hierarchische Struktur der Katholischen Kirche und ihr Selbstverständnis als Heilsmittlerin abgelehnt.
Die Bad Waldsee nächsten Freien Christengemeinden sind in Bad Saulgau, Bad Wurzach, Biberach, Ravensburg